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Flexiblere Labornutzung im Technologiepark Adlershof

Flexiblere Labornutzung im Technologiepark Adlershof

Manchmal lohnt es sich, ein Raumautomationskonzept vor der Umsetzung nochmals zu überdenken. Dies zeigt sich am Beispiel des Neubaus der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) in Berlin. Das neue Konzept von SAUTER für eine dezentrale Laborsteuerung und -regelung erlaubte es, große Kabelmengen einzusparen und bei Nutzungsänderungen gibt es dem Kunden mehr Flexibilität.

Im Wissenschafts- und Technologiepark Adlershof Berlin arbeiten und studieren über 22.000 Menschen. Auf 4 km2 konzentrieren sich hier mehr als 1.000 Unternehmen und 16 wissenschaftliche Einrichtungen. Zu diesen gehört auch die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), welche Sicherheitsaspekte neuer Technologien erforscht und prüft.

Dezentrale statt zentrale Regelung

Mitte 2015 hat die BAM in Adlershof ihr neues Labor- und Technikumgebäude eingeweiht – mit Baukosten von 56 Mio. € und sechs Jahren Bauzeit eines der größeren Bauvorhaben des Bundes. SAUTER war bei dem in 12 Bauteile gegliederten Gebäude mit der Planung und Umsetzung der Laborsteuerung beauftragt. Ausgeschrieben war ursprünglich eine zentrale Laborregelung und ‑steuerung pro Bauteil. Der Gebäudegrundriss hätte folglich 12 geeignete Schaltschrankstandorte sowie einen immensen, den Flurbereich querenden Verkabelungsaufwand erfordert.

Dies begünstigte die Überlegung, von einer zentralen auf eine dezentrale Laborregelung und ‑steuerung umzuschwenken. Die Vorteile liegen auf der Hand: 12 Schaltschrankstandorte wurden obsolet und die Kabelführung in den Fluchtwegzonen (Flur) konnte auf ein Minimum reduziert werden. So mussten lediglich noch drei Kabel pro Gebäudeteil den Flurbereich queren.

Mehr Flexibilität bei Nutzungsänderung

Zur Regelung, Steuerung und Überwachung setzte SAUTER pro Labor eine Raumautomationsstation ecos500 sowie ein Raumbediengerät ecoUnit ein. Die Kommunikation im Netzwerk ist über den BACnet-Standard sichergestellt. Auf der Raumautomationsstation sind die Erfassung der Raumtemperatur, Sollwertkorrektur und Präsenzmelder sowie Volumenstromregler, Digestorien und Motor-Brandschutzklappen aufgeschaltet.

Zusätzlich sind einige Laborräume mit Umluftkühlgeräten und der damit verbundenen Verriegelung der Heizkörper ausgestattet. Weil die Anzahl der aufzuschaltenden Anlagenkomponenten pro Labor sehr unterschiedlich war, wurde das Datenmassegerüst der Raumautomationsstationen teilweise mit Remote I/O-Modulen erweitert. Dank des flexiblen Raumautomationsaufbaus von SAUTER lassen sich bei Nutzungsänderungen der Laborräume Anlagenkomponenten beliebig erweitern.

Europapremiere im Reinraum

Den Mitarbeitenden der BAM steht im Neubau in Adlershof eine für ihre Aufgaben exakt angepasste Forschungsinfrastruktur zur Verfügung. Ein Beispiel hierfür ist der europaweit einmalige metallfreie Reinraum. Der Reinraum ermöglicht Forschung auf dem Gebiet der anorganischen Ultraspurenanalytik. So kann die Materialforschung in einem metallfreien Reinraum Reinststoffe unter optimalen Bedingungen analysieren und als Referenzmaterialien zertifizieren.

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