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Weniger Lärm und CO2 am Münchner Flughafen

Weniger Lärm und CO2 am Münchner Flughafen

Im Rahmen ihrer Lärmschutz- und Energiesparstrategie haben die Flughafen München GmbH und die Terminal 2 Gesellschaft mbH & Co oHG ein Pilotprojekt durchgeführt, bei dem die Klimatisierung von Flugzeugen am Boden erstmals über eine sogenannte Pre-Conditioned-Air-Anlage (PCA) erfolgt.

Die Klimatisierung von Flugzeugen, die an Fluggastbrücken angedockt sind, wird bislang über ihr Hilfstriebwerk vorgenommen, was jedoch zu Lärm und hohem CO2-Ausstoß führt. Bei rund 800 Andockvorgängen pro Abstellposition und Jahr am Flughafen München entstehen so erhebliche Emissionen.

Um Energieverbrauch und Lärmbelastung zu senken, wurde darum zunächst in einem Pilotprojekt an der Fluggastbrücke 216 eine stationäre Wärme- und Kälteversorgung eingerichtet. Dazu wurde eine PCA-Anlage nachgerüstet, die die klimatechnische Versorgung der dort angedockten Flugzeuge übernahm. Hintergrund dieser Maßnahme sind unternehmenseigene CO2-Management-Vorgaben für eine weitere Reduktion des Fluglärms und ein CO2-neutrales Wachstum bis zum Jahr 2020.

Kommunikation über BACnet mit SAUTER EY-modulo 5

Der Auftrag für SAUTER stellte besondere Anforderungen an die Gebäudeautomation der PCA-Anlage: So musste ein Koppelglied zwischen der Leitebene und der Automation der Air Handling Unit (AHU) sowie der Automation der Luftverteilung entwickelt werden. Die PCA-Anlage verfügt bauseitig über eine eigene interne Regelung und Steuerung mit Feldgeräten, Leistungsteil und interner Verkabelung. Diese wurde über BACnet/IP an die Automationsstation SAUTER modu525 angebunden, damit sie mit der AHU kommunizieren kann.

Ebenfalls über BACnet/IP wurde eine Anbindung an das bestehende Gebäudeleitsystem realisiert. Mit dieser Kommunikation werden unter anderem Flugzeugdaten für die Regelung und Steuerung der AHU übermittelt. Zunächst galt es, diese Daten flughafenseitig so aufzuschlüsseln, dass sie vom PCA-System verarbeitet werden konnten und das Programm ein flugplanabhängiges Schalten ermöglichte.

Allwettertaugliches Bedientableau

Eine weitere Anforderung war die Vorregelung der Wärmeversorgung an der Heizungsübergabestation. Das Heizregister wird über die Gebäudeautomation mit warmem Wasser beschickt. An der Terminalabstellposition befindet sich eine Fernwärmeübergabestation, welche die Temperatur durch Plattenwärmetauscher von 120 auf 80 °C herunter regelt.

SAUTER war auch für die Realisierung einer örtlichen Bedienstelle am Fahrwerk der Fluggastbrücke zuständig. Dabei galt es sicherzustellen, dass diese Bedienstelle auch bei extremem Wetter und Temperaturen von -30 bis +50 °C funktionsfähig bleibt. SAUTER entschied sich für ein komfortabel zu bedienendes Tableau mit Tastern und Leuchten.

Gebäudeautomation misst den Energieverbrauch pro Flugzeug

Eine wichtige Anforderung an die Gebäudeautomation bestand darin, die energetischen Verbrauchsdaten pro Abfertigung zu erfassen und die Daten an die Gebäudeleittechnik zu übermitteln. SAUTER entwickelte hierzu ein Programm zur Aufbereitung der Daten für eine mögliche Abrechnung in SAP. Damit können die Kosten der Klimatisierung jeder Abfertigung zugeordnet werden.

Nach dem erfolgreichen Test der Pilotanlage hat SAUTER im Rahmen einer Ausschreibung den Auftrag zur Umsetzung in 35 weiteren Anlagen in den Terminals 1 und 2 bekommen.

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