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22. Oktober 2026

Retrofit in der Gebäudeautomation

Mit gezielten Maßnahmen Bestandsgebäude zukunftsfähig machen.

Bild KI-erstellt

Bestandsgebäude können energetisch und technisch gezielt weiterentwickelt werden, ohne dass dafür eine umfassende Sanierung notwendig ist. Retrofit knüpft an der vorhandenen Infrastruktur an und eröffnet vielfältige Möglichkeiten, von der Nachrüstung einzelner Sensoren über die Automatisierung technischer Anlagen bis zur Vernetzung bestehender Systeme. Auf diese Weise lassen sich vorhandene Ressourcen sinnvoll weiter nutzen, Energie- und Betriebskosten optimieren und die Voraussetzungen schaffen, um zukünftigen regulatorischen Anforderungen, etwa im Rahmen des Gebäudemodernisierungsgesetzes (GModG), gerecht zu werden und einen digitalen, zukunftsfähigen Gebäudebetrieb zu ermöglichen.

Warum Retrofit für Bestandsgebäude immer wichtiger wird

Bei einer jährlichen energetischen Sanierungsquote von unter einem Prozent besteht dringender Handlungsbedarf, um den erheblichen Modernisierungsrückstand bei Bestandsgebäuden aufzuholen. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Energieeffizienz, CO₂-Reduktion und die digitale Steuerungsfähigkeit von Gebäuden. Wer Gebäude besitzt oder betreibt, steht damit vor der Herausforderung, diese zielgerichtet weiterzuentwickeln, ohne jedes Mal eine umfassende Sanierung anzustoßen.

Retrofit bietet hierfür einen pragmatischen Ansatz: Modernisierungsmaßnahmen können schrittweise umgesetzt und an die technischen sowie wirtschaftlichen Rahmenbedingungen des jeweiligen Gebäudes angepasst werden. So lassen sich auch Bestandsgebäude gezielt auf neue Anforderungen vorbereiten.

Welche Möglichkeiten bietet Retrofit im Bestand?

Retrofit bedeutet, bestehende technische Infrastruktur gezielt weiterzuentwickeln, statt sie vollständig zu ersetzen. Welche Maßnahmen sinnvoll sind, hängt vom jeweiligen Ausgangszustand des Gebäudes ab.

Fehlt beispielsweise eine ausreichende Datengrundlage, kann bereits die Nachrüstung von Sensorik ein sinnvoller Einstieg sein. Informationen zu Temperatur, Luftqualität, Präsenz oder Betriebszuständen schaffen Transparenz und bilden die Grundlage für eine bedarfsgerechte Steuerung. Darauf aufbauend können einzelne technische Anlagen automatisiert werden. Bestehende Heizungs-, Lüftungs- oder Kälteanlagen lassen sich intelligente regeln, ohne die gesamte technische Infrastruktur austauschen zu müssen. Wo bereits Gebäudeautomation vorhanden ist, können bestehende Systeme modernisiert und miteinander vernetzt werden. Neue Funktionen und Systeme lassen sich integrieren und bislang getrennte Bereiche miteinander verbinden. Eine weitere Ausbaustufe kann ein digitaler Gebäudezwilling sein. Er führt relevante Gebäude-, Anlagen- und Betriebsdaten in einem digitalen Modell zusammen und ermöglicht es, Zusammenhänge zu analysieren und den Gebäudebetrieb vorausschauend zu optimieren.

So reicht das Spektrum von einfachen Nachrüstungen bis hin zur umfassenden digitalen Weiterentwicklung des Gebäudebetriebs.

Wo liegen die Herausforderungen bei der Umsetzung?

Die besondere Herausforderung einer Retrofit-Maßnahme liegt in den gewachsenen Strukturen von Bestandsgebäuden. Unterschiedliche technische Generationen und Kommunikationsstandards treffen aufeinander und müssen in eine zukunftsfähige Gesamtarchitektur integriert werden. Dabei gilt es zu entscheiden, welche Komponenten weiterhin sinnvoll genutzt werden können und wo eine Erneuerung notwendig ist. Offene Schnittstellen und modular erweiterbare Systeme sind deshalb wichtige Voraussetzungen, um vorhandene Technik einzubinden und gleichzeitig spätere Entwicklungen zu ermöglichen. Hinzu kommt, dass viele Bestandsgebäude während der Modernisierung weiter genutzt werden. Die Umsetzung muss daher so geplant werden, dass der laufende Betrieb möglichst wenig beeinträchtigt wird und neue Komponenten oder Systeme kontrolliert integriert werden können.

Retrofit in der Praxis: Die SAUTER Zentrale in Freiburg

Wie ein solcher Ansatz in der Praxis aussehen kann, zeigen die Maßnahmen, die für die SAUTER Zentrale in Freiburg im laufenden Betrieb umgesetzt wurden. Die über Jahrzehnte gewachsene Gebäudestruktur wurde schrittweise weiterentwickelt, von der Modernisierung der Regelungstechnik und der Raumautomation bis hin zu Monitoring und einem digitalen Zwilling.

Das Ergebnis zeigt das Potenzial eines solchen Ansatzes: SAUTER weist für die Zentrale durchschnittlich 20 % weniger Energieverbrauch, Einsparungen von durchschnittlich 2,19 Euro pro Quadratmeter und Jahr und eine Amortisationszeit von rund zwei Jahren aus. Gleichzeitig wurde der Raumkomfort verbessert und mehr Transparenz über den Gebäudebetrieb geschaffen.

Das Projekt verdeutlicht damit, dass Retrofit nicht zwingend eine umfassende Erneuerung bedeutet, sondern aus aufeinander abgestimmten Maßnahmen bestehen kann, die sich an den individuellen Voraussetzungen eines Gebäudes orientieren.

Zukunftsfähig modernisieren

Welche Maßnahmen sinnvoll sind, ist für jedes Bestandsgebäude unterschiedlich. Entscheidend ist, die vorhandene Infrastruktur einzubeziehen und Lösungen so zu wählen, dass sie sich später erweitern lassen.

SAUTER unterstützt dabei mit unterschiedlichen Ansätzen, von Raumautomation und Energiemanagement über dezentrale intelligente Lösungen bis zu Smart Data Solutions. Damit können zunächst die Voraussetzungen für Gebäudeautomation geschaffen oder bereits vorhandene Systeme gezielt weiterentwickelt werden.

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